Während das Stammgeschäft mit Software rund läuft, machen die Hardware-Verkaufszahlen dem Unternehmen Sorgen. Dennoch ist die Bilanz insgesamt überraschend positiv, der Aktienwert ist gestiegen und die Oracle Cloud verspricht noch mehr Gewinne.
(19.6.2012, 16:00) Oracle übertrifft mit seinen Geschäftszahlen für das vierte Quartal die Erwartungen der Analysten.
Wie aus der gestern veröffentlichten Bilanz ersichtlich, hat Oracle im Q4 2012 einen GAAP-Nettogewinn von 3,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöht sich der Überschuss somit um acht Prozent
Der Non-GAAP-Aktiengewinn stieg um zehn Prozent auf 0,82 Dollar, während das Unternehmen den Umsatz nur um ein Prozent auf rund 11 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahreswert von 10,78 Milliarden Dollar steigern konnte.
Analysten hatten lediglich mit einem Non-GAAP-Aktiengewinn von 0,78 Dollar bei Einnahmen von 10,9 Milliarden Dollar gerechnet.
Im Hardware-Geschäft hat Oracle anhaltend Schwierigkeiten. Die leistungsstarken Firmenrechner des vor zwei Jahren für 7,4 Milliarden Dollar übernommenen Spezialisten Sun Microsystems verkaufen sich immer schlechter.
Wie schon in den Vorquartalen ging der Umsatz in diesem Bereich zurück und lag mit 1,6 Milliarden Dollar 14 Prozent unter dem Vorjahresergebnis im Vergleichszeitraum.
Oracle ist eigentlich Spezialist für Datenbanken, hat durch zahlreiche Zukäufe aber sein Produktportfolio immer mehr erweitert. So versucht das Unternehmen etwa bei der Unternehmenssoftware zum deutschen Konkurrenten SAP aufzuschließen.
Dank anhaltend starker Nachfrage konnte der Konzern vor allem vom Neugeschäft mit Software-Lizenzen profitieren. Hier konnte ein Umsatzplus von sieben Prozent auf 4 Milliarden Dollar erzielt werden.
Dieser Zuwachs ist besonders bedeutsam, da neue Software-Lizenzen später weitere Geschäfte durch Updates und Wartung sicherstellen.
Erst vor zwei Wochen präsentierte Oracle CEO Larry Ellison mit Oracle Cloud eine fortschrittliche Cloud-Strategie sowie mit Oracle Cloud Social Services eine umfassende soziale Plattform für Unternehmen.
Die Oracle Cloud umfasst ein breites Angebot von standardbasierten, integrierten Services, die Kunden Zugang zu Oracle Platform Services, Application Services und Social Services auf Basis von Subskription gewähren.
Im Geschäftsjahr 2013 soll dieses Angebot das Konzern-Wachstum zusätzlich steigern.
Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Konzernumsatz um 4 Prozent auf 37,1 Mrd. Dollar und der Gewinn stieg um 17 Prozent auf knapp 10 Mrd. Dollar zu. Damit gehört Oracle trotz der Probleme bei den Firmenrechnern immer noch zu den profitabelsten Technologiefirmen überhaupt.
Im Anschluss an die Präsentation der Geschäftszahlen kündigte der Software-Konzern noch ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm an. Im nachbörslichen Handel stieg die Oracle-Aktie daraufhin um 3,54 Prozent.
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