Mobiles Breitband auf Schmalspur

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Mobiles Breitband auf Schmalspur

 
Credit: Verein für Konsumenteninformation
 

Ein Vergleichstest des "Verein für Konsumenteninformation" entlarvt die mobilen Breitbandangebote als haltlose Werbeversprechen. Lediglich ein Drittel der angepriesenen Geschwindigkeit wird erreicht.

(Wien, 25.3.2010) Zehn mobile Breitband-Angebote der vier nationalen Netze wurden vom "Verein für Konsumenteninformation" (VKI) auf ihre Geschwindigkeit, Handhabung und Kosten hin untersucht. Die Ergebnisse sind für User von mobilen Breitbandangeboten wahrscheinlich wenig überraschend: niedrige Geschwindigkeit, Verbindungsabbrüche und teils hohe Kosten bei Überschreitungen des Datenvolumens.

Verzerrte Werbewelt
"Mobiles Breitband ist derzeit kein vollwertiger Ersatz für das Internet über Kabel oder Telefonleitung. Meist heißt es nur Schmalspur statt Breitband. Denn bei keiner einzigen Messung erreichten die mobilen Internetzugänge die in Aussicht gestellte Geschwindigkeit bei Down- und Upload. Statt mit Hochgeschwindigkeit am Datenhighway zu brausen, bleibt man im Datenstau stecken", kritisiert VKI-Geschäftsführer Franz Floss. Die Werbeversprechen der Telekommunikationsanbieter vom superschnellen mobilen Netz werden in der Wirklichkeit also schnell als Augenauswischerei enttarnt. "Wenn bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde versprochen werden, aber nicht einmal ein Drittel dessen erreicht wird – ohne dass in der Werbung deutlich darauf hingewiesen wird – bewegt man sich bereits hart an der Grenze zur irreführenden Werbung. Hier prüfen wir Klagen nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb", so Peter Kolba, Leiter des Bereichs Recht im VKI. Besonders gefinkelt ist auch das Kleingedruckte innerhalb der Werbeversprechen. Verträge die mit "unlimitiertem" Surfen oder "Fair Use" umworben werden, halten oft nicht was sie versprechen. Beim Erreichen einer bestimmten Grenze wird meist die Geschwindigkeit massiv gedrosselt. "Damit lassen sich zwar Kostenfallen vermeiden, diese Logik von unlimitiert erschließt sich uns aber nicht", so Kolba weiter.    

Lahme Geschwindigkeiten
Versprochen werden meist Downloadraten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde, wobei die Betonung wohl auf "bis zu" liegt. Die getesteten Produkte von yesss, T-Mobile, 3 Hutchison (3Data Laptop 5 GB) und der Telekom Austria erreichten im gut ausgebauten Stadtgebiet im Durchschnitt nur ein Drittel der versprochenen Geschwindigkeit. Orange (netbook + Mobiles Internet), yesss (Mobiles Internet Starterpaket) und tele.ring (free WILLI) erreichten absolut gesehen die schlechtesten Messergebnisse. A1 konnte die Konkurrenz mit den höchsten Spitzengeschwindigkeiten und den kürzesten Einbrüchen abhängen. Aber auch ob überhaupt eine Verbindung zustande kommt, ist nicht garantiert. Der Testversuch, eine 28 MB große Programmdatei herunterzuladen, gelang auf allen Standorten mit keinem der vier getesteten Provider auf Anhieb. "Schon eine kleine örtliche Veränderung, ob nun im Kaffeehaus oder in der Wohnung, kann aber den Empfang deutlich verbessern. Hilfreich ist auch ein USB-Verlängerungskabel, mit dem man den Stick in Fensternähe platzieren kann. Wer vorrangig in den eigenen vier Wänden mobil sein möchte, sollte aber besser in einen WLAN-Router investieren", meint Testleiter Paul Srna.   

Kosten
Bei den Einmalkosten fallen bei den meisten Anbietern zwischen 50 und 60 Euro an. Die Kosten pro Gigabyte reichen bei den Verträgen von rund zwei Euro (3 Hutchison 3Data Laptop 5GB) bis zu rund acht Euro (T-Mobile) – wenn man das inkludierte Datenvolumen auch ausnutzt. Bei den getesteten Wertkarten (3 Hutchison, yesss, tele.ring) sind zwar die Kosten mit 20 Euro pro Gigabyte höher, davor sind aber auch böse Überraschungen beim Überschreiten des Datenvolumens ausgeschlossen. 3 Hutchison und A1 verrechnen pro Gigabyte Überschreitung 102,40 Euro, der Rest drosselt die Geschwindigkeit auf Schneckentempo. "Die Frage nach dem günstigsten Anbieter ist also auch eine Frage der Nutzung. Sofern man mobiles Breitband als Ergänzung für unterwegs verwendet, ist die Wertkarte ohne monatliche Fixkosten oft die sinnvollerer Variante. Wer dieses vorrangig und regelmäßig nutzt, fährt in der Regel mit einem Vertrag besser", so Srna. Das Surfen im EU-Ausland wird durch die seit erstem März dieses Jahres eingeführte Rechnungsobergrenze (siehe Beitrag vom 26.2.2010) nicht mehr zur finanziellen Gefahr, der VKI bemängelt allerdings, dass es eine solche Grenze nicht auch für das Inland gibt.          

Testsetting
Innerhalb des VKI-Tests wurden zehn Breitbandzugänge an verschiedenen Standorten im Raum Wien und Umgebung zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten hinsichtlich Handhabung, Geschwindigkeit und Kosten beurteilt. Die Messungen wurden mit Datensticks beziehungsweise Netbooks der vier heimischen Netzanbieter (A1/b.free/bob, orange/yesss, T-Mobile/tele.ring und 3 Hutchison) mit Wertkarte beziehungsweise Vertrag durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie in der April-Ausgabe des "Konsument".

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Fotos: Credit: Verein für Konsumenteninformation
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