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Marissa Mayer, der weibliche Geek-Exot

 
 

Marissa Mayer war der erste weibliche Geek auf dem Stanford Campus und in den Hallen von Google. Dass die Leidenschaft für Technologie sich nicht von Weiblichkeit abspalten muss, möchte sie an künftige Generationen weitergeben.

(28.12.2010, 12:05) Etwas höher als der Durchschnitt im Silicon Valley, wo 15 bis 17 Prozent der EntwicklerInnen und TechnikerInnen weiblich sind, ist der Prozentsatz der Frauen bei Google, die einen technischen Posten besetzen: 20 Prozent.

 

Im Internetkonzern Google war Mayer die erste Frau im Entwicklerteam. Larry Page und Sergey Brin wollten eine Geschlechter-Balance erreichen, wenn möglich.

 

Außergewöhnlich

Mathematik und Wissenschaft sei sie immer gut gewesen. Ihr selbst, so erzählt sie im Interview mit der britischen Newsweek, wäre das nicht als außergewöhnlich aufgefallen. Als sie aber während des Studiums im einer Kolumne des "The Stanford Daily" über sich selbst las: "und da ist diese blonde Frau im oberen Level der Computerklassen", wusste sie, dass sie scheinbar doch irgendwie fiel. Sie weiß und möchte auch weitergeben, dass eine Frau gleichzeitig technisch begabt und weiblich sein kann. Dass dies überhaupt erwähnt werden muss, klingt vor allem für das 21. Jahrhundert ausgesprochen grotesk. Nun ist aber die Verteilung von Frauen in technologischen oder wissenschaftlichen Berufen noch immer nicht ausgewogen. Mit mangelnder Affinität für das Thema hat dies nichts zu tun.

 

Vorurteile aus der Welt schaffen

"Was mir sehr am Herzen liegt, ist dieses Stigma aus der Welt zu schaffen bzw. möglichst weitgehend zu reduzieren. Ich möchte Mädchen und Frauen veranschaulichen, dass sie weiblich sein und zugleich ihren Weg im Technologiebereich gehen können", erklärt die Stanford-Absolventin.

 

In Männerdomänen erzogen

Frauen, die sich in einer der zahlreichen Männerdomänen behaupten müssen, haben es wohl schon von vornherein schwierig, den Einstieg in die Berufssparte Technologie oder Wissenschaft zu finden. Während der Bruder mit einer Lokomotive, Autos und einem "Science Kit" beschenkt wird, liegen für Mädchen zum Geburtstag und sonstigen Anlässen mit rosa Schleifen gebundene Päckchen parat, deren Inhalt meist in der Puppen-, Stofftier- oder Plastikküchen-Abteilung erworben wurde. Die geschlechtliche Schere, die sich sowohl in der Ausbildungswahl als auch im Finden einer Anstellung zeigt ist eine Katastrophe, die bereits mit der Geburt beginnt.

 

So ist es nicht verwunderlich, dass junge Frauen nach dem Studium entweder mit einem schlechtbezahlten Praktikum oder mit einem niedrigen Anfangsgehalt in die Berufswelt einsteigen müssen. Nicht selten unterscheidet sich nämlich das Wunschgehalt der jungen Frauen wesentlich von dem ihrer männlichen Kollegen (mit gleicher Qualifikation). Nicht zuletzt liegt das wohl Zuspruch für naturwissenschaftliche und technische Fächer, den man Burschen bereits im zarten Alter erteilt.

 

Maß an Ausgewogenheit

Als Frau, die nach dem Publizistik-, Geschichte- und Politikwissenschaftsstudium wie zufällig den Weg in den technischen Bereich fand, spreche ich mich – trotz vieler Unkenrufe meiner Kolleginnen – für eine Frauenquote in Unternehmen/ Behörden aus. Solange die Waage und mit ihr die Einkommensschere derart in Ungleichgewicht ist, sollte – und das gilt nicht nur für die Geschlechter-, sondern auch Migrantendebatte – bei gleicher Qualifikation auf ein Maß an Ausgewogenheit geachtet werden. Der Anfang ist sicherlich eine Forcierung von Lehrstellenangeboten für junge Frauen in der Techniksparte, wie sie derzeit in Österreich stattfindet. Aber die Ungleichheit nimmt tragischerweise bereits im Kindesalter ihren Lauf, nämlich in der eigenen Wahrnehmung.

 

"Die Mädchen sind sprachbegabt und die Burschen schaffen mehr mit dem Werkzeug" ist bestimmt kein Ausspruch, den ich als einzige in meiner Kindheit und Jugend hören musste. Ärgern tut er mich heute noch. Und ich hoffe, die Gesellschaft tut ihr übriges, um der nächsten Generation faire Chancen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

 

Marissa Mayer nimmt als Frau, die sich in einer derartig von Männern beherrschten Zone behauptet, sicher eine Vorreiterrolle ein. Oder auch Google, der sie einstellte.

 
Marissa Mayer auf Twitter
 

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Reaktionen auf diesen Artikel



Philip Wattner q, 29.12.2010
das ist
ja genau, was im artikel gesagt wird - man sucht nach qualifiziertem personal, findet aber nur männer. und da frauen oft linguistik studieren, findet man sie selten im technischen areal. eine schande.


Dataminer, 28.12.2010
hmmm.....
.....ich habe vor 2 Jahren einen Datenbankadministrator gesucht. es haben sich in 6 Wochen 17 Personen gemeldet. Keine Person war weiblich. Das zum Thema Quote!
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