Handy als Stimmungssensor

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Handy als Stimmungssensor

 

Ein Wärmepad weist auf aufgeregte Anrufer hin und wird damit zum Stimmungsbarometer.

(Tokio, 15.04.2010) Forscher am Rekimoto Lab der Universität Tokio entwickelten mit "AffectPhone" ein System, dass das Handy zum Stimmungssensor macht. Dazu misst das Handy eines Anrufers die Hautleitfähigkeit. Der andere Gesprächsteilnehmer erkennt so mittels eines Wärmepads die Stimmungslage – je erhitzter das Gemüt des Anrufers, desto heißer wird das Gerät. Noch existiert nur ein Prototyp, doch die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass "AffectPhone" als zusätzlicher nichtverbaler Kommunikationskanal Vorteile bringen wird. Das liegt unter anderem auch daran, dass das schon das klingelnde Handy anzeigen könnte, wie aufgeregt der jeweilige Anrufer ist. Das könnte die Entscheidung erleichtern, ob man das Gespräch auch annehmen sollte.

Lügendetektor-Technologie
Um die Stimmungslage eines Nutzers zu messen, kommen beim "AffectPhone" Elektroden an den Seiten des Geräts zum Einsatz. Sie messen den galvanischen Hautwiderstand (Galvanic Skin Response, GSR) des Nutzers. Dieser verändert sich, wenn eine Person schwitzt, sodass die Hautleitfähigkeit steigt. Entsprechende Messungen sind ein bewährter Ansatz, um Aufschluss über die Gemütslage einer Person zu gewinnen. Genau dieses Prinzip liegt auch Lügendetektoren zugrunde. Die zweite Komponente des Systems ist ein Thermogenerator am Geräterücken. Dafür haben sich die Forscher entschieden, da Temperaturempfinden oft mit Emotion verknüpft wird - etwa bei "herzerwärmenden" Geschichten oder einer merklichen "Gefühlskälte". Das Pad wird dann erhitzt oder abgekühlt, je nachdem, ob die GSR-Daten des anderen Gesprächsteilnehmers Aufregung oder Beruhigung anzeigen.

Potenzielle Vorteile
Bevor das System breiter eingesetzt werden kann, müssen den Forschern zufolge noch Verbesserungen vorgenommen werden. Beispielsweise will man noch näher ergründen, wie sich der Erregungsgrad eines Nutzers durch das Telefongespräch ändert. Jedenfalls glauben die Japaner, dass mit ihrem Ansatz nichtverbale Information langfristig effektiver übertragen kann als beispielsweise via Display.

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