(18.10.2010, 12:10) Wie aus einem Bericht des Wall Street Journal hervorgeht, geben die beliebten Facebook Apps persönliche Userdaten an Dritte weiter. Insgesamt sollen 25 Werbefirmen und Unternehmen, die auf Internet-Tracking spezialisiert sind, Zugriff auf Nutzernamen und zum Teil auch auf die Listen der Freunde gehabt haben.
10 Mio User betroffen
Der Regelverstoß der zehn beliebtesten Facebook Anwendungen, darunter Zyngas Farmville, betreffe mehrere zehn Millionen Mitglieder. WSJ berichtet, dass das US-Start Up Rapleaf zu den Unternehmen gehört, die Userdaten erhalten haben. Die Firma betreibt eine Personen-Suchmaschine, die mittels Eingabe von E-Mail-Adresse Informationen wie Namen und Alter von gesuchten Personen ermitteln kann. Rapleaf hat ein System entwickelt, bei dem per Webcrawler die Nutzerprofile diverser Social-Networking-Seiten ausgelesen werden. Insbesondere wird dabei auf die Nutzerdaten der Webseiten Facebook, Myspace und Linkedin zugegriffen. Nun sei bekannt geworden, dass Diese Daten werden nach verschiedenen Kriterien sortiert und an Vermarktungsfirmen weiterverkauft wurden.
Datenschutz Scherereien
Ein Facebook-Sprecher sagte dem WSJ, man werde die Weitergabe von Informationen "drastisch einschränken". Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook mit dem Datenschutz Probleme hat; im Mai sorgten Fehler im Chat-Modul für einen großen Aufruhr. User konnten die Live-Chats aller Freunde mitlesen. Anfang Oktober präsentierte das Social Network eine Features, die den Datenschutz verbessern sollen: unter anderem ein App Dashboard, das Nutzern eine Übersicht über die Daten liefert, auf die via Facebook Connect verknüpfte Webseiten oder Applikationen von Drittanbietern zugreifen können.