Nachdem Mark Hurd aus undurchsichtigen Gründen vom HP-Aufsichtsrat gefeuert worden war, ernennt Oracle CEO Larry Ellison seinen Tennisfreund nun zum Co-President. Hurd wird sogar als Nachfolger von Ellison gehandelt.
(Redwood, 7.9.2010) Larry Ellison hatte mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg gehalten. Er bezeichnete die Entscheidung Mark Hurd von der Spitze von HP zu entfernen als „dümmste Entscheidung seit der Entlassung von Steve Jobs durch Apple“. Seinen Worten lässt Ellison nun Taten folgen und heuerte Mark Hurd als Co-President von Oracle an. Hurd wird direkt an Ellison berichten und auch Mitglied des Board of Directors.
Der bisherige Co-President Chuck Philips wird „die Firma verlassen“, wie Oracle in einer zweiten Stellungnahme Montag Abend bekannt gab. Übersetzung: Philips wurde gefeuert. Die andere Co-President bei Oracle ist Safra Catz, die für Sales and Operations zuständig ist. Philips war für den Verkauf verantwortlich, wofür nun wahrscheinlich Hurd zuständig sein wird.
Die Entfernung von Hurd als CEO von HP kam dessen Aktionäre teuer zu stehen, verfiel doch die Aktie um rund 15 Prozent. Die Gründe, die vom HP-Board genannt worden waren – sexuelle Belästigung bzw Beschäftigung einer Freundin als Marketing Konsulentin – konnten bisher nicht wirklich nachvollzogen werden. Hurd wird im Silicon Valley els einer der erfolgreichsten Executives angesehen, der HP nach dem Abschied von Carly Fiorina zu kontinuierlichem Wachstum und Profitabilität zurückgeführt hatte.
Neue Ausrichtung von Oracle
In einem Statement am Montag sagte Ellison über seinen neuen Mitarbeiter: „Mark hat einen brillanten Job bei HP gemacht und ich erwarte, dass er einen noch besseren bei Oracle machen wird. In der IT-Branche gibt es keinen Executive mit mehr relevanter Erfahrung als Mark.“ Er machte HP zur umsatzstärksten IT-Company und führte eine Reihe erfolgreicher Akquisitionen durch. Carly Fiorina kandidiert übrigens nun für die Republikaner um einen der Sitze Kaliforniens im Senat.
Hurd ist einer der wenigen Excutives, der Erfahrung mit der Führung eines Konzern mit großem Hardware-, Software- und Consulting-Business hat. Durch die Akqiosotopn von Sun im Vorjahr weist Oracle nun den gleichen Mix an Geschäftsfeldern auf. Keiner von den Top-Executives von Oracle – Ellison, Catz und Philips – hatten bisher Erfahrung im Hardware-Business, Catz und Philips kommen aus der Banken-Branche. Oracle vermied es bis zum Vorjahr sorgfältig in Hardware involviert zu werden.
Industrie-Insider im Silicon Valley spekulieren damit, dass Hurd als Nachfolger von Ellison vorgesehen ist, der 66 Jahre alt ist und viele Interessen außerhalb von Oracle verfolgt, wie etwa den Yachtsport. Es wird berichtet, dass Ellison und Hurd relativ nahe beieinander wohnen und hin und wieder auch Tennis miteinander spielen. Nach der Vielzahl von Akquisitionen, die Oracle in den vergangenen Jahren gemacht hat – man denke nur an Siebel oder PeopleSoft und eben zuletzt Sun – hat Oracle eine weit verzweigtes Produktspektrum von Open-Source-Datenbanken, Betriebssystemen, Entwicklungswerkzeugen, ERP bis hin zu allen Arten von kleinen bis ganz großen Servern.
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