Anlässlich des Wiener Kongress com.sult-outlook 2010 wurde eine Erhebung über die Zukunftserwartungen von Managern und Experten durchgeführt.
(Wien, 3.2.2010) Der Wiener Kongress com.sult-outlook 2010 versammelte unter dem Titel "Shape the Future" am 25. und 26. Jänner hochkarätige Manager und Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik. Die wissenschaftlich begleitete Erhebung "Wiener Kongress com.sult-outlook 2010" zeigt, dass Experten weiterhin auf "green technology" und Osteuropa setzen. Schlechte Noten teilen sie hingegen Österreichs Bildungs- und Forschungspolitik aus.
Erhebung Unter den 1500 Kongress-Teilnehmern wurden 160 Personen vor Ort zu wirtschaftlichen Zukunftstrends und Zukunftserwartungen befragt. "Die Zielgruppe der Befragten setzt sich zu 52 Prozent aus Mitgliedern der Consultingbranche zusammen, 58 Prozent haben die Position des CEO, Vorstands oder Geschäftsführers inne, was die Qualität des Wiener Kongress com.sult als Meetingpoint für Entscheidungsträger unterstreicht", so Meinungsforscher Peter Hajek.
Steuern Im Rahmen der Umfrage gaben 60 Prozent der Befragten an, dass sie befürchten, dass der notwendige Schuldenabbau durch Steuererhebungen erfolgen wird. Nur 30 Prozent rechnen mit Einsparungen durch Reformen. Dass Steuersenkungen zur Ankurbelung der österreichischen Wirtschaft der richtige Weg sind betonten 66 Prozent der Befragten. "Die com.sult-Teilnehmer befürchten eine standortschädigende Steuerpolitik – geboten wäre aus ihrer Sicht das genaue Gegenteil, nämlich spürbare Steuersenkungen", so Initiator David Ungar- Klein.
Grüne Zukunftsbranche Gefragt nach den Zukunftsbranchen für Österreich gaben 49 Prozent der befragten Experten "green technologies" als Antwort, 27 Prozent sehen in B2B-Dienstleistungen einen Zukunftsmarkt, 23 Prozent in der Gesundheitsforschung, 21 Prozent in den Informations- und Kommunikationstechnologien und 13 Prozent im Tourismus. Als Zukunftsbranchen weit abgeschlagen liegen mit sechs Prozent hingegen die Industrie und mit vier Prozent der Finanzsektor. Mit 61 Prozent dominieren "green technologies" auch das Meinungsbild über die globale Entwicklung. "Wir sehen klar, dass die Befragten das Thema green technologies als zentrale Perspektive für Wachstum sehen. Beim Wiener Kongress com.sult war das Thema der grünen Technologien mit E-Mobility-Pionier Martin Eberhard hochkarätig vertreten und hat zahlreiche Debatten geprägt", so Ungar-Klein.
Auf in den Osten Die Zukunftsmärkte sehen die Befragten vorwiegend im Osten. Für 51 Prozent der Befragten wird Ost- und Südosteuropa auch weiterhin ein wichtiger Markt bleiben, mit 41 Prozent liegt der chinesische Markt an zweiter Stelle, gefolgt vom EU-Binnenmarkt mit 34 Prozent und Indien mit 29 Prozent. Weit abgeschlagen zeigen sich Russland (13 Prozent), Afrika (acht Prozent), Südamerika (sechs Prozent) und die USA (drei Prozent). "Die Manager wollen die osteuropäische Erfolgsgeschichte Österreichs so rasch wie möglich wieder aufnehmen. China wird immer interessanter – und gewinnt das Zukunftsmarkt-Match gegen Indien klar. Dass Europa einmal stärker wachsen könnte als China, daran glauben nur die wenigsten. Umso wichtiger ist es, die standortpolitischen Assets bei uns weiterzuentwickeln, etwa eine leistungsstarke Infrastruktur, die am com.sult mehrfach Thema war", so Ungar-Klein.
Schlechte Bildungspolitik Ein schlechtes Zeugnis stellten die Befragten der österreichischen Bildungs- und Universitätspolitik mit einem Mittelwert von 3,8 auf der Schulnotenskala aus. Mit 23 Prozent erteilte mehr als jeder fünfte Befragte der österreichischen Bildungspolitik ein "Nicht Genügend". Auch die F&E-Politik wird mit einer Note von 3,6 mehr schlecht als recht bewertet. Verbesserungen der Innovationskraft könnten laut 56 Prozent der befragten Personen durch Investitionen in F&E erreicht werden, 42 Prozent halten dafür eine Verbesserung des Bildungs- und Universitätssystems für notwendig. 18 Prozent setzen auf die Unterstützung der Gründung von Technologie-Unternehmen, 14 Prozent auf die Stärkung des Kapitalmarktes und elf Prozent sprechen sich für Investitionen in die Grundlagenforschung aus. "Die schlechte Beurteilung in den zukunftsentscheidenden Politikfeldern Bildung und Innovation ist ein Alarmsignal für den Standort Österreich. Gerade hier kann sich Österreich wettbewerbsentscheidende Vorteile herausarbeiten. Forschung und Entwicklung ist ein Querschnittsthema, das sich durch praktisch alle Workshops beim Wiener Kongress com.sult gezogen hat", so Ungar-Klein.
Zukunftsaussichten Für die Wirtschafts-Zukunft erwarten sich 44 Prozent eine gleichbleibende Entwicklung, 43 Prozent prognostizieren eine Verbesserung, wohingegen 13 Prozent von einer Verschlechterung für Österreich ausgehen. Die weltwirtschaftliche Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten wird hingegen tendenziell positiver eingeschätzt. 46 Prozent erwarten sich eine Verbesserung, 37 Prozent eine gleichbleibende Entwicklung und 14 Prozent eine Verschlechterung. "Die Daten zeigen klar, dass es ein hohes Maß an Verunsicherung darüber gibt, wie es weitergeht. Die Hoffnung auf eine positivere Entwicklung ist jedenfalls da, wobei die Abhängigkeit des Standortes Österreich von der internationalen Entwicklung deutlich wird", meint Ungar-Klein.