In den Abspaltungsprozess der Siemens Sparte SIS kommt wieder Bewegung. Heute findet die Betriebsversammlung mit 1600 Mitarbeitern statt.
(Wien, 24.2.2010) Der zermürbende Arbeitskonflikt in der Siemens Software-Sparte SIS könnte im Rahmen der heute Mittwoch einberufenen Versammlung wieder in Fahrt kommen. 1600 Mitarbeiter werden im Wiener Austria Center erwartet (Einlass: 13:00, Beginn: 13:45).
Warten auf Auskunft
Belegschaft und Betriebsrat hatten sich zuletzt zu Verhandlungen zusammengefunden - ohne Ergebnis. Betriebsvorstand Ataollah Samadani kritisiert: „Seit mehr als drei Monaten warten wir auf Informationen der Unternehmensleitung über die Ausgliederung dieses Bereiches, die am 1. Juli 2010 über die Bühne gehen soll. Schon im Dezember erging ein diesbezüglicher Beschluss des Stammhauses in Deutschland. Seither hüllen sich die Verantwortlichen trotz oftmaligen Aufforderungen durch die Betriebsräte, die Pläne des Unternehmens bekanntzugeben, in Schweigen.“
Ederer: Keine Teilnahme
Nun fordert Samadani Aufklärung im Abspaltungsprozess der SIS-Sparte, von dem ein Drittel der Belegschaft betroffen wäre. Brigitte Ederer, Chefin von Siemens Österreich, versucht in einem Schreiben die Mitarbeiter zu beschwichtigen: „Sobald hier konkrete und belastbare Informationen vorliegen, werden wir Sie davon in Kenntnis setzen.“ Man sei derzeit nicht in der Lage seriöse Auskünfte zum Ablauf zu geben und werde demnach nicht an der Betriebsversammlung teilnehmen.
Konkursgefahr
Samadani befürchtet, dass im Rahmen der Ausgliederung einzelne Teile der SIS-Sparte in den Konkurs gehen könnten. Ähnlich geschehen war es im Zuge des Verkaufs der Siemens-Handysparte an den taiwanesischen Anbieter von Hightech-Produkten BenQ im Jahr 2005: Kurz danach folgte das Einstellen des Handygeschäfts in Deutschland. Die Forderungen des Betriebsrats beinhalten unter anderem die Aufforderungen an das Management, vor der Ausgliederung für die gesamte SIS-Sparte zukunfts- und arbeitsplatzsichernde Maßnahmen auszuarbeiten, um einen potenziellen "BenQ Fall Teil 2" zu verhindern.
Der Betriebsrat appelliert mit entsprechenden Kampmaßnahmen an die Belegschaft und schließt weiterführende Versammlungen sowie Streiks nicht aus.
Weitere Informationen:
Verivox.de
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