Ein Ex-Manager der berüchtigten Firma Foxconn spricht sich öffentlich gegen Apple aus. Der Konzern interessiere sich nicht für das Leben und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter der Auftragshersteller.
(26.01.2012, 14:00) Harte Anschuldigungen gegen den Apple Konzern: Ein gefeuerter Manager des Apple-Auftragsherstellers Foxconn klagt das Unternehmen an, einzig und allein an niedrigeren Kosten und höherer Produktqualität, nicht aber an einer Verbesserung der Arbeitsbedienungen der Mitarbeiter interessiert zu sein. Nach einem Bericht in der New York Times wurde dies auch von früheren Apple Managern bestätigt.
Der bekannte Konzern soll sich ausschließlich auf Gewinnzahlen konzentrieren und mit diesem Fokus unmenschliche Arbeitsbedingungen zulassen. Die Ankläger machen Apple für eine Serie von tödlichen Arbeitsunfällen mitverantwortlich. Der ehemalige Foxconn-Manager Li Mingqui war bis April 2011 bei dem Hersteller mit Sitz in China beschäftigt und verklagte das Unternehmen, nachdem er entlassen wurde. Li Mingqui war leitender Angestellter in der Fabrik in Chengdu, in welcher bei einer Explosion im Mai letzten Jahres drei Menschen starben und 15 verletzt wurden. Apple räumte vor Kurzem ein, dass die Explosion auf Aluminium-Staub zurückzuführen war, der bei der Produktion von MacBooks ausgetreten und hochexplosiv ist. Das Unternehmen gab aber an, dass seit dem Unfall die Sicherheitsvorkehrungen drastisch erhöht wurden.
Der Bericht der New York Times zeichnet ein ganz anderes Bild. Li Mingqui geht dabei hart mit dem Konzern ins Gericht und meinte: "Apple kümmerte sich um nichts anderes als die Erhöhung der Produktqualität und sinkende Herstellungskosten. Das Wohl der Arbeiter hat nichts mit ihren Interessen zu tun". Auch ehemalige Apple Manager sind sich offenbar dieser Geschäftsführung bereits seit Längerem bewusst und geben bekannt, dass man bei Apple schon seit vielen Jahren über unmenschlichen Arbeitsbedingungen Bescheid weiß, allerdings nichts dagegen zu unternehmen plant.
Am 16.Januar veröffentlichte Apple allerdings einen Bericht und gab damit Namen der wichtigsten Zulieferer des Konzerns bekannt. Zudem wurden auch die Arbeitsbedingungen evaluiert und diesbezüglich Missstände bei den Herstellern eingeräumt. Es war auch die Rede davon, die Anzahl der Untersuchungen bei den Zulieferern um 80 Prozent zu erhöhen, um missbräuchliche Arbeitsbedingungen zu unterbinden. Zusätzlich ist das Unternehmen als erster Tech-Gigant der Organisation Fair Labour Association (FLA) beigetreten, welche sich für bessere Arbeitsbedingungen weltweit einsetzt. Ob es sich bei diesen Bemühungen nun aber um einen ernsthaften Strategiewechsel oder lediglich um Imageprofilierung handelt, ist nach den neuesten Anschuldigungen wieder heftig umstritten. Es gibt auch ehemalige Apple-Manager, die betonen, dass der Konzern "intensiv versucht, die Arbeitssituationen zu verbessern, allerdings die meisten iPhone-Besitzer dennoch verstört reagieren würden, wenn sie wüssten, wo ihr iPhone eigentlich herkommt."
Vor allem die Veröffentlichung des Apple-Berichtes wird von Experten als Beweis für Tim Cooks Strategie gesehen, Apple nach dem Tod Steve Jobs transparenter auszurichten und kann auch als Hinweis für das Bestreben des Konzerns gesehen werden, nicht mehr im Kreuzfeuer der Kritik zu stehen. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Bemühungen des Konzerns, die fatale Arbeitssituation der Angestellten zu verbessern, steigern werden, solange die Kritikwelle nicht abklingt.
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